Burnout im Team
– was Führungskräfte jetzt tun können
Wenn Mitarbeitende erschöpft wirken, sich zurückziehen oder immer häufiger krankheitsbedingt fehlen, stellt sich bei Führungskräften die Frage:
„Was kann ich jetzt tun?“
Diese Frage begegnet mir in Coachings und Workshops immer häufiger.
Die vergangenen Jahre haben viele Menschen stark gefordert. Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Lebenshaltungskosten, Kriege und die ständige Flut an negativen Nachrichten hinterlassen Spuren – auch am Arbeitsplatz. Viele Menschen tragen Belastungen mit sich, die von außen oft nicht sichtbar sind.
Führungskräfte erleben heute deshalb zunehmend, dass Mitarbeitende an ihre Grenzen kommen. Zwar nicht, aber schleichend.
Für Führungskräfte entsteht dadurch häufig ein Spannungsfeld.
Sie möchten ihre Mitarbeitenden unterstützen und gleichzeitig die Anforderungen des Unternehmens erfüllen.
Offene Stellen bleiben unbesetzt.
Krankheitsausfälle müssen aufgefangen werden.
Projekte sollen termingerecht abgeschlossen werden.
Die Aufgaben werden nicht weniger – die personellen Ressourcen oft schon.
Viele Führungskräfte fühlen sich deshalb zwischen Fürsorge und Verantwortung hin- und hergerissen.
Sie möchten ihr Team entlasten und gleichzeitig sicherstellen, dass die Arbeit erledigt wird.
Burnout entwickelt sich meist nicht von heute auf morgen.
Häufig zeigen sich schon früh Veränderungen.
Zum Beispiel:
- Rückzug aus dem Team
- zunehmende Gereiztheit
- Konzentrationsprobleme
- sinkende Motivation
- häufige Überstunden
- steigende Fehlerquote
Nicht jedes dieser Anzeichen bedeutet automatisch Burnout.
Sie können jedoch Hinweise darauf sein, dass die Belastung zu hoch geworden ist.
Aus meiner Erfahrung helfen vor allem vier Dinge:
1. Belastungen im Team offen ansprechen
Nicht jede Überlastung lässt sich sofort beseitigen.
Aber sie sollte benannt werden dürfen.
2. Das Gespräch suchen
Nicht erst, wenn jemand ausfällt.
Sondern dann, wenn erste Veränderungen auffallen.
3. Zuhören statt vorschnell Lösungen anbieten
Oft hilft es bereits, wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, gesehen und gehört zu werden.
4. Prävention nicht erst im Akutfall beginnen
Resilienz, Kommunikation und psychische Gesundheit sollten Teil einer gesunden Unternehmenskultur sein – nicht erst dann, wenn bereits Mitarbeitende ausgefallen sind.
Burnout im Team entsteht selten plötzlich.
Deshalb ist Aufmerksamkeit eine der wichtigsten Führungsaufgaben.
Führungskräfte müssen und sollen nicht etwa alle Probleme lösen.
Aber häufig sind sie diejenigen, die Veränderungen zuerst wahrnehmen.
Manchmal beginnt gute Führung mit einer einfachen Frage:
„Wie geht es Ihnen wirklich?“








