„Wieso eigentlich draußen?“
Was die Natur mit Resilienz zu tun hat
„Wieso eigentlich draußen?“
Diese Frage stellte mir kürzlich eine Personalerin während unseres Vorgesprächs für einen zweitägigen Resilienz-Workshop für ihr Unternehmen.
Die Frage hat mich kurz überrascht, weil es für mich inzwischen so selbstverständlich geworden ist, die Natur in meine Seminare und Workshops einzubinden.
Natürlich vermittle ich Wissen über Resilienz, Stressbewältigung und psychische Gesundheit auch im Seminarraum. Dort sprechen wir über wissenschaftliche Erkenntnisse, über Schutzfaktoren für die mentale Gesundheit und über Strategien, mit Belastungen im Berufsalltag besser umzugehen.
Doch Resilienz entsteht nicht nur durch Wissensvermittlung.
Sie entsteht auch durch Erfahrung.
Resilienz kann man nicht nur erklären
In vielen Unternehmen wächst das Bewusstsein dafür, wie wichtig psychische Gesundheit und Resilienz für Mitarbeitende geworden sind. Die Anforderungen steigen, Veränderungen gehören zum Alltag und viele Menschen erleben einen zunehmenden Druck durch hohe Arbeitsbelastung, Fachkräftemangel oder ständige Erreichbarkeit.
Deshalb investieren immer mehr Unternehmen in Resilienztrainings, Workshops zur Stressbewältigung oder Maßnahmen zur Burnoutprävention.
Das ist eine wichtige Entwicklung. Und dennoch beobachte ich, dass Wissen allein oft nicht ausreicht.
Menschen können nach einem Seminar sehr genau erklären, was Resilienz bedeutet. Sie kennen die theoretischen Grundlagen und wissen, welche Verhaltensweisen hilfreich wären.
Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch meist erst dann, wenn Belastungen tatsächlich auftreten.
Wenn:
- ein Konflikt entsteht
- Unsicherheit aufkommt
- Pläne nicht funktionieren
- Gegenwind spürbar wird
Genau deshalb spielt die persönliche Erfahrung im Resilienztraining eine so wichtige Rolle.
Die Natur als Lern- und Erfahrungsraum
Im Seminarraum sprechen wir über Orientierung, draußen müssen wir Orientierung finden.
Im Seminarraum sprechen wir über Veränderungen, draußen erleben wir sie.
Im Seminarraum sprechen wir über Unsicherheit, draußen wird sie spürbar.
Die Natur bietet einen besonderen Erfahrungsraum, weil sie viele Situationen schafft, die sich als Metaphern für unseren beruflichen Alltag nutzen lassen.
Ein Weg verläuft anders als erwartet.
Das Wetter verändert sich.
Ein Anstieg fordert Kraft und Ausdauer.
Der Untergrund wird uneben.
Manchmal ist das Ziel sichtbar, manchmal nicht.
Solche Erfahrungen wirken oft nachhaltig, weil sie eine Verbindung schaffen zwischen dem, was wir verstehen, und dem, was wir tatsächlich erleben.
Warum der Harz ein idealer Ort für Resilienz-Workshops ist
Als Trainerin im Harz schätze ich die Möglichkeiten, die unsere Region für Resilienztrainings bietet.
Die Wälder, Wege und Landschaften schaffen einen Rahmen, der Abstand zum Arbeitsalltag ermöglicht. Viele Teilnehmende erleben bereits nach kurzer Zeit, dass Gespräche anders verlaufen, wenn man gemeinsam unterwegs ist.
Gedanken werden klarer, Perspektiven verändern sich, Neue Lösungen entstehen.
Dabei geht es nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu erbringen oder lange Wanderungen zu unternehmen. Es geht vielmehr darum, Erfahrungen zu ermöglichen, die im Gedächtnis bleiben.
Denn genau diese Erfahrungen können später helfen, wenn Menschen im Berufsalltag vor Herausforderungen stehen.
Fazit
Die Frage der Personalerin hat mich daran erinnert, dass das, was für mich selbstverständlich geworden ist, für andere oft erklärungsbedürftig bleibt.
Resilienz entsteht nicht allein durch Präsentationen, Modelle oder Methoden.
Sie entsteht auch durch Erfahrungen. Durch Orientierung, wenn der Weg nicht sofort klar ist. Durch Balance auf unebenem Untergrund. Und durch die Erfahrung, trotz Gegenwind weitergehen zu können.
🌿 Und wo könnte man solche Erfahrungen besser machen als draußen in der Natur?






